Sie möchten wissen, wie Eltern die Dorfschule sehen? Wie sie beschreiben, was ihre Kinder hier lernen? 

„Für mich als Elternteil stand die Unterstützung des selbst gewählten Schul- und Lebensweges eines fast volljährigen jungen Erwachsenen im Vordergrund. Es war eine Herausforderung für die ganze Familie, dass mein jugendlicher Sohn für die von ihm gewählte Schule in  ein anderes Land ziehen wollte.

Seit dem Besuch der Dorfschule sehen wir nun einen jungen Menschen, der selbstbestimmt bereit ist, das neue eigene Leben mit allen Höhen und Tiefen in der Ferne in die Hand zu nehmen, weil ihm die Beschäftigungen und die Auseinandersetzungen mit den Themen des Lebens unmittelbar betreffen, berühren und voran bringen. Er lernt dort mit Kopf, Herz und Hand, alles das, was ihn interessiert und wächst in direktem Kontakt und authentischen Beziehungen mit/zu den Lehrern an den Fragen und Antworten, die die Lernenden und Lehrenden gemeinsam finden, formulieren und erforschen.

Diese Art des Lernens und Erfahrens stellt Anforderungen an junge Menschen, an denen sie wachsen können und die sie auf ein Leben vorbereiten, in dem sie eine besondere Freiheit genießen können – eine Freiheit, zu reflektieren, Verantwortung für Ihr Tun zu übernehmen und tragfähige Entscheidungen zu treffen, um ihren Weg zu wählen und zu gehen. Darin sehe ich einen sinnvollen und unterstützenswerten Abschluss der Schullaufbahn und einen Einstieg in das Leben und die Welt.

Es ist das, was ich meinen Kindern schon bei Ihrem ersten Schrei als Säugling und ihren ersten wackeligen Schritten gewünscht habe.“

„Aus persönlichem Interesse begann ich die einjährige Montessori-Diplomausbildung. Die Art, wie die Materialien aufbereitet waren, um Kindern die Möglichkeit zu bieten, für sich selbst die Welt der Zahlen und Buchstaben zu entdecken, faszinierte mich so sehr, dass die Entscheidung, unserem Jüngsten diese Chance zu bieten, nicht schwer fiel. 

Sehr bald hat er begonnen, die Arbeiten zu Hause weiterzuführen, welche ihn in der Schule beschäftigten – Hausübungen aus freien Stücken sozusagen. Das Interesse für die Tier- und Pflanzenwelt führten zu einer Naturverbundenheit, welche bis heute anhält. So entstanden in mittlerweile 12 Jahren eigens gestaltete naturwissenschaftliche Hefte mit wunderbaren Zeichnungen, Skizzen und Texten.

Bemerkenswert zu beobachten war auch, wie er sich in den verschieden Arbeiten ganz selbstverständlich das Wissen einzelner Fächer erwarb, ohne Druck und Schularbeitsstress. 

Trotz mancher finanzieller Hürden, persönlichen Erkenntnissen und Krisen, die uns auch mal zweifeln ließen, war und ist es die beste Entscheidung, die wir für unseren Sohn treffen konnten.

Denn mittlerweile blickt er sich selber in der Welt um und bemerkt, dass es nicht selbstverständlich ist, seine Potenziale zu entdecken und auch völlig frei entfalten zu dürfen.

Wir sind sehr dankbar für diese SINNvolle Möglichkeit zu lernen!“

„Eine großartige Schule – schön, dass wir das hier im Waldviertel haben. Es ist eine ganz andere Art zu lernen, als wir es vom herkömmlichen Schulsystem kennen, die hier den Schülern ermöglicht wird: vernetzter, nachhaltiger, sinnvoller.“

„Als mein Sohn drei Jahre jung war, haben wir von der Dorfschule gehört: Eine Familie erzählte begeistert von den Angeboten, die ganz natürlich einfließen und mit wie viel mit Freude und Selbstverständlichkeit gelernt wird. Wenn wir damals bereits einen Schnuppertag wahrgenommen hätten, wären wir viel früher aus St. Pölten ins Waldviertel gezogen.

Unsere Bedenken waren damals das doch hohe Schulgeld und die Entfernung. 

Das zweite bedeutsame Bild von der Dorfschule sahen wir in ihrem Video. Dadurch wurde unser Interesse und die Neugierige mehr denn je geweckt. Es gibt was anderes als Pseudo-Montessori (wo Kinder tun und lassen können wie sie wollen), es gibt eine Bildungseinrichtung wo Kinder tatsächlich was fürs Leben lernen.
Nach einem Schnuppertag und einen furchtbaren Tag in einer St. Pöltner Regelschule war es klar – wir müssen unser Kind in der Dorfschule anmelden.

Binnen zwei Wochen haben wir uns entschieden und sind übersiedelt.

Unser Sohn geht nun drei Jahre in die Dorfschule. Für mich ist stark beobachtbar wie genau er an eine Sache /Projekt herangeht. Ich habe den Eindruck, dass er viel mehr in Tiefe gehen kann. Das Gehörte, Gelesene saugt er auf und zu einem anderen Zeitpunkt gibt er es einfach wieder. Wir können mit íhm über das Universum reden, über die Faszination Natur, den Lebenskreislauf, er erlebt Schule als etwas Besonderes, nichts Fades und nicht als Unerklärbares, „Alles hängt zusammen“, sagt er. Dieses Art zu denken, freut mich und ich bereue keinen Tag.

Ich selbst habe an der Dorfschule an Kursen teilgenommen und so Interessantes erfahren. Ich selbst bin auf Bildungsfahrt und die Reise geht weiter….“

„Neugierig besuchte ich die einjährige Montessoriausbildung – so hat eigentlich alles begonnen.

Und dann dauerte es nicht lange und unser Sohn gehörte zu den ersten Schülern der damals neu gegründeten Dorfschule Montessorihaus. Diesem Weg folgte dann ein paar Jahre später sein jüngerer Bruder. Die Art, wie den Kindern hier die Möglichkeit geboten wird, sich Wissen anzueignen, die Naturverbundenheit, die Achtsamkeit,… alles anders als man es von Eltern anderer Schulkinder hört.

Ein mitentscheidender Punkt war damals auch die kleine Gruppengröße.
Die Betreuer konnten so wirklich gut auf jedes einzelne Kind eingehen und es genau dort abholen, wo es gerade war.

Schon im Kinderhaus bewältigten sie Aufgaben, die wir ihnen vielleicht manchmal gar nicht so ganz zugetraut hätten z. B. Eine Wochen in den Hohen Tauern mit 4 Jahren.

Unsere Kinder sind keine Quereinsteiger – sie sind schon sehr jung ins Kinderhaus gekommen. Wir haben dadurch keinen wirklichen Vergleich zur Regelschule, außer wenn wir an unsere eigene Schulzeit denken.
Es ist eine ganz andere Art zu lernen als damals bei uns – sie lernen hier wirklich fürs Leben!

Die Kinder versinken richtig in ihren Arbeiten. Hier wird das Interesse – die Neugierde geweckt und erhalten!“

„Diese Schule ist wirklich etwas ganz besonderes und mit dem normalen Regelschulsystem nicht zu vergleichen. Wir sind sehr dankbar, dass wir durch „Zufall“ von Freunden davon erfahren haben, dass es diesen besonderen Platz hier im Waldviertel gibt. Gerade wo wir selbst in unserer Kindheit keine guten Erfahrungen mit der Schule gemacht haben, ist das ein besonderes Geschenk für unsere Tochter.

Das Wissen wird in Theorie und Praxis so vermittelt, dass sie die Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten des Lebens ganzheitlich erfährt. Sie lernen viel in und durch die Natur. Dass sie selbst aus einem breiten Angebot eine Arbeit, ein neues Projekt aussuchen kann, macht das Lernen interessant und spannend.

Sie lernt auch eigenverantwortlich und selbstständig zu leben. Das hat sie schon viel selbstbewusster gemacht. Und sie ist stolz auf das was sie schon kann und versteht.

Wir merken auch, dass sich die Dorfschule von Jahr zu Jahr weiterentwickelt, sie nicht stehen bleibt, immer wieder etwas Neues mit einfließt und auch Anregungen von uns Eltern umgesetzt werden.“

„Wir sind durch Freunde auf die Dorfschule Montessorihaus aufmerksam geworden da unser Sohn einen schweren Weg zu gehen hatte.

Er besuchte die 1. Klasse Volksschule. Da er sehr oft krank war und deswegen ins Spital musste, fehlte er fast das halbe Jahr. Nach endlosen Untersuchungen und vielen Monaten im Spital bekamen wir die Diagnose Absenden Epilepsie. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich unser, sowie sein Leben komplett. Die Reaktion der Schule auf diese Diagnose war, ihn in die Sonderschule abzuschieben. Da wir dies nicht akzeptieren wollten, begannen wir nach einer Alternative zu suchen.

Nach langem Herumfragen fanden wir die Dorfschule Montessorihaus: Angerufen, Termin bekommen, hingefahren.

Wir lernten das freundliche Ehepaar Nina und Uwe Kranner kennen, die auch den Unterricht gestalteten. Unser Sohn durfte sich umschauen und fühlte sich von Beginn an sehr wohl in den Klassenräumen, die eher an eine familiäre Umgebung als an ein kühles Klassenzimmer erinnern.

Nach einigen Gesprächen bekamen wir das OK und unser Sohn durfte einsteigen. Er konnte sich mit der Art des Unterrichtes gut anfreunden und in seinem Tempo, das ihm auf Grund seiner Krankheit möglich war, arbeiten.

Die Exkursionen in die Donauauen, Hohe Tauern, Lappland, dass alles hat ihn sehr gestärkt! 

Unser Sohn hat seine Krankheit zwar noch, aber das Team hat einen Weg gefunden damit umzugehen und ihm trotzdem alles beizubringen, so dass er bereit fürs Leben ist!

Alle haben ihn aufgegeben nur Uwe nicht, und als Harald in die Schule als Lehrer dazu gestoßen ist, hat er zugleich eine Vertrauensperson gefunden.
Auch wir als Eltern haben in den Jahren sehr viel gelernt und können allen nur empfehlen die tollen Kurse, die angeboten werden, in Anspruch zu nehmen!

Es war ein schwerer, langer, harter Weg für uns alle. Aber unser Sohn wäre nicht der, der er nun ist!
Ein starker selbstbewusster junger Mann der bereit ist, mit offen Augen durchs Leben zu gehen: Nach seiner Schulzeit kann er nun eine Lehre beginnen.

Unsere Meinung nach wäre ihm all dies verwehrt geblieben, wenn er seinen Weg in der Sonderschule hätte machen müssen.

Wir können nur Danke sagen, dass wir es gemeinsam geschafft haben unseren Sohn auf einen guten Weg zu bringen!“

Es ist immer wieder berührend, wie frei manche jungen Menschen denken und wie entspannt die Perspektiven gewechselt werden können.

Kai Kranner

Philosophie und Philosophieren